chayiana (chayiana) wrote,
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.... ich hab's geahnt...

..., dass der Eintrag mal wieder zu lang wird!!!! *grrr*

Dann gibt es jetzt ohne Umschweife den 2. Teil!!! ;o)

Es dauerte etwa 0,003 Sekunden bis Sheppard schlaff auf das Bett zurueckplumpste, sein Kopf lose zwischen den Schultern rollend. Er machte ein Geraeusch, das irgendwo zwischen einem Stoehnen und einem Seufzen lag.

 

"Was meinte er damit... 'auch irgendwelche Finger brechen'?" fragte Rodney mit weit aufgerissenen Augen. "Sollte das ein Scherz sein? Was haben Sie mit ihm gemacht?"

 

Sheppard murmelte irgendetwas Undeutliches und Rodney bemerkte, dass seine Augen geschlossen waren und sich sein Brustkorb gleichmaessig hob und senkte.

 

"Oh, nein! Nein, das werden Sie nicht!"

Er stuerzte auf das Bett zu und schuettelte Sheppard. "Ich denke gar nicht daran, mir Carsons Zorn zu zuziehen, weil ich Sie nicht ins Bett gebracht habe, wie es sich fuer ein gutes Kindermaedchen gehoert. Los jetzt, Sie haben gesagt, dass Sie sich selbst ausziehen koennen – dann machen Sie's auch."

 

Sheppard aechzte protestierend, doch eins seiner Augen oeffnete sich einen Spalt breit, um Rodney truebe anzublinzeln.

"Geb'n Sie mi' ne Minute," nuschelte er.

 

Rodney seufzte resigniert. Verlass' Dich auf Sheppard und Du bist verlassen.

 

"Kommen Sie schon, Sie Schlafmuetze! Es ist noch keine Schlafenszeit fuer Sie... noch nicht."

Er schuettelte Sheppard noch einmal und zog versuchsweise an seinem Arm, damit dieser sich endlich bewegte. Es funktionierte. Doch nicht so, wie Rodney es sich vorgestellt hatte. Sheppard riss die Augen aus und sog scharf die Luft durch die Zaehne ein. Sein ganzer Koerper verspannte sich aufs Neue, als er sein Handgelenk mit schmerzverzerrten Gesicht aus McKays Griff befreite.

 

"Oh Mist! Verzeihung. Es tut mir leid. Ich… ich hab nicht dran gedacht!" entschuldigte sich Rodney hilflos. "Sind Sie in Ordnung?"

 

Sheppard starrte ihn wuetend an und murmelte etwas in seinen nicht vorhandenen Bart, von dem Rodney eigentlich ganz froh war, dass er es nicht verstand.

 

"Uhmm..."

Unsicher stand er da, er wollte nicht, dass Sheppard sich komplett angezogen auf dem Bett ausbreitete, doch er war sich auch nicht sicher, was er tun sollte, ohne die Dinge noch schlimmer zu machen.

"Entschuldigung," sagte er nochmals, "ich denke, die Medikamente sind dann wohl doch nicht so gut, wie?" und grinste nervoes.

 

Sheppard sah allerdings nicht sonderlich amuesiert aus.

"Sie wirken ganz gut, solange niemand versucht, mich an meinem Arm hochzuziehen," blaffte er ihn an.

 

Angesichts dieser Kritik sprangen Rodneys Abwehrmechanismen ganz automatisch an und noch bevor er sich selbst daran hindern konnte, blaffte er zurueck:

"Dann denken Sie mal darueber nach, wie schlecht es Ihnen jetzt gehen wuerde, wenn Carson Ihnen gar nichts gegeben hatte, Mr. Ich-brauche-keine-Schmerzmittel!"

 

Mit angestrengtem Blick rollte Sheppard sich plump auf seine linke Seite und murmelte, waehrend er versuchte, seine Beine vom Bett herunter zu schwingen, leise vor sich hin: "Ich haette lieber Schmerzen, als dass ich mich so fuehlen muesste wie jetzt..."

 

Finster musterte er den Colonel, der es kaum mehr schaffte sich ueberhaupt aufzusetzen.

„Sie sind ein Idiot!“ eroeffnete er ihm unverbluemt und legte vorsichtig eine Hand auf dessen Schulter, um ihm den Rest des Weges in eine aufrechte Position zu erleichtern.

„Was um Himmels Willen ist so schlimm daran, Schmerzmittel zu nehmen, wenn man Schmerzen hat?“

 

Sheppard ignorierte diese Frage und fuer einen Moment glaubte McKay, dass er jetzt  wieder dieses typische 'John Sheppard-Schweige-Verhalten' zu spueren bekommen wuerde, diese ausdruckslose Fassade, hinter die er sich immer zurueckzuziehen schien, wenn das Gespraech etwas zu persoenlich wurde, bis Sheppard leicht schwankte und Rodney realisierte, dass dieser tatsaechlich mit seinen Gedanken wegzudriften begann.

 

"Sheppard!"

 

Er schnipste mit den Fingern vor dessen Gesicht und es schien, als braechte das Sheppard wieder zurueck in die Wirklichkeit. Fuer einen Augenblick blinzelte er Rodney noch irritiert an, doch dann schien ihm wieder einzufallen, was er eigentlich tun sollte und lehnte sich nach vorne, um die Schnuerbaender seiner Turnschuhe zu erreichen.

Rodney konnte ihn gerade noch in letzter Sekunde auffangen, bevor er vollends aus dem Bett stuerzte.

 

"Okay, das wird wohl nicht funktionieren."

Sheppard war schwerer als sein duerres Gestell vermuten lassen wuerde. Und Rodney keuchte angestrengt, als er ihn wieder auf das Bett verfrachtete und ihn hielt, bis dieser seine Balance wiedergefunden hatte.

"Warten Sie," wies er ihn an und Sheppard bedachte ihn daraufhin mit einem finsteren Blick, der nahelegte, dass er nicht besonders scharf darauf war, wie eine ungezogene Goere herumkommandiert zu werden.

Rodney ging neben dem Bett in die Knie und begann an den Knoten seiner Schnuerbaender herumzuzupfen.

 

"Wenn Sie einfach die verdammten Pillen genommen haetten, als es Carson von Ihnen verlangt hat, waeren Sie jetzt nicht auf diesem Hoellentrip – und ich wuerde hier nicht festsitzen und Ihren Babysitter spielen," dozierte er ungeduldig.

Dann hatte er mit Erfolg das erste Paar Schnuersenkel entwirrt – mal im Ernst, wie viele Knoten hatte Sheppard da reingemacht? – und zog ihm den Turnschuh aus.

 

"Danke, Rodney."

 

Sheppards Stimme war so leise, dass sie mehr einem Fluestern glich, doch die Worte waren ganz deutlich. Rodney sah auf und bemerkte, dass Sheppard ihn mit ernster Miene beobachtete, er schien ploetzlich voellig klar und aufrichtig. McKay raeusperte sich unbehaglich, tauchte mit dem Kopf wieder ab, um das zweite Paar in Angriff zu nehmen und brummelte herablassend: "Wofuer? Dafuer dass ich Ihnen die Schnuersenkel aufmachen muss, als waeren Sie fuenf Jahre alt? Ehrlich, wie haben Sie es ueberhaupt geschafft, die Dinger dermassen zu verknoten...?"

 

"Fuers Babysitten."

 

Der zweite Schuh loeste sich und Rodney stellte fest, dass John nun laecherlicherweise tatsaechlich wie ein 5-Jaehriger auf ihn herabgrinste.... ein dummer, strubbelhaariger 5-Jaehriger, der noch immer auf war, obwohl er schon laengst ins Heiabettchen gehoert haette.

Grundguetiger!

 

"Auf geht's," meinte er gereizt. "Koennen Sie stehen, ohne gleich umzukippen?"

 

Es stellte sich heraus, dass Sheppard zwar aufstehen konnte, aber definitiv noch ein wenig Hilfe benoetigte, was das 'nicht umfallen' anging. Es endete damit, dass Rodney je eine Hand auf dessen Schultern legte und ihn so annaehrend aufrecht hielt – und ganz entschieden seinen Blick abwandte – waehrend Sheppard ungeschickt an dem Bund seiner Trainingshose herumfingerte, bis er es schliesslich schaffte, sie ueber seine Hueften zu streifen, bevor er wieder auf eine Art zurueck ins Bett fiel, die nichts anderes als einen kontrollierten Kollaps darstellte.

 

Mit einem ergebenen Seufzen zog Rodney ihm die Hose ueber seine Fuesse und liess sie auf den Fussboden fallen, wo sich auch schon die ausrangierten Turnschuhe befanden.

Sheppard, nur noch mit T-Shirt und Boxer-Shorts bekleidet, rollte sich auf dem Bett zusammen, vergrub das Gesicht in dem Kissen und bedeckte mit einem Arm seinen Kopf.

Es war, als haette man es mit einem bockigen Kind zu tun. Und Rodney konnte nun wirklich nicht gut mit Kindern. Er brachte sie normalerweise nur zum Weinen.

 

"Nein, nein, nein! Noch ist keine Schlafenszeit, Sheppard!"

Er schuettelte zaghaft die mit T-Shirt bedeckte Schulter und bekam ein leises Grunzen als Antwort.

"Sheppard? Sheppard!"

 

"B'n muede," erklang seine Stimme, durch das Kissen gedaempft, schlaefrig.

 

"Ich weiss, und Sie koennen ja auch in einer Minute schlafen, versprochen. Nur lassen Sie uns Sie noch vernuenftig ins Bett bringen."

Kleine Kinder zu hueten war wahrscheinlich um einiges leichter als das hier; man konnte ihnen einfach befehlen, das zu tun, was ihnen zuvor gesagt worden war, anstatt sie ueberreden zu muessen. Rodneys Ueberredungskuenste waren nicht so besonders gut.

"Nun machen Sie schon, Sheppard..." er jammerte wirklich nicht.

 

Sheppard aechzte unzufrieden, doch dann kam sein zerstrubbelter Kopf wieder unter seinem Arm zum Vorschein. Traege brachte er sich in eine halbwegs aufrechte Position.

Fuer Rodney kam es einem ziemlich komplizierten Manoever gleich, mit einer Hand den recht wackligen Colonel zu halten und mit der anderen diese extrem fest eingeschlagenen Bettlaken – auf sowas konnte auch nur das Militaer kommen! - frei zu bekommen, doch letztendlich hatte er genug Platz geschaffen, dass Sheppard unter die Decke kriechen konnte, wo er sich sofort wieder auf seiner linken Seite zusammenrollte, einen leicht beleidigten, aber auch erleichterten Seufzer ausstiess und sich in sein Kissen kuschelte.

Und als Rodney ihn noch bis zu den Schultern zudeckte, reagierte er schon nicht mehr.

 

Doch jetzt geriet McKay unversehens in die Verlegenheit, dass er nicht wusste, was er nun anstellen sollte – er hatte seine Kindermaedchenpflichten erfuellt und Sheppard ins Bett gebracht und sah nun mit "Freuden" einer reizenden Babysitter-Nacht entgegen... - dafuer sorgen, dass Sheppard nicht aus dem Bett fiel, nicht aufwachte und spazierenging, sich nicht den Schaedel zertruemmerte, etc. etc.

Er wartete eine ganze Zeit lang, doch Sheppards leiser Atem ging ruhig und gleichmaessig und es schien, als waere er sofort eingeschlafen.

Seufzend dimmte Rodney das Licht bis auf ein leichtes Gluehen herunter. Sein Datenpad lag noch immer dort, wo er ihn anfangs abgelegt hatte. Er trug es zu dem bequemen Sessel, den Sheppard zwischen sein Bett und den Schreibtisch gequetscht hatte, und liess sich schwer hineinplumpsen. Innerhalb von nur fuenf Minuten war er wieder voellig in seine Forschung vertieft, er ueberpruefte und verfeinerte die Berechnungen, die ihn mitten in der Nacht so aufgeregt an Sheppards Tuer hatten klopfen lassen.

 

"Ich hasse es mich so zu fuehlen."

 

Rodney sprang fast aus dem Sessel heraus, als Sheppards gedaempfte Stimme die Stille durchbrach. Die Beule unter der Bettdecke hatte sich nicht bewegt, er lag noch immer auf der Seite, mit dem Ruecken zu Rodney, den Kopf unter seinem Arm begraben.

 

Rodney wartete, bis sein Herz aufgehoert hatte wie verrueckt zu haemmern, bevor er fragte:

"Sich wie zu fuehlen?"

 

Der Haufen unter der Bettdecke verlagerte sich leicht und Rodney konnte ein Seufzen vernehmen.

 

"So benebelt. Alles ist so dumpf. Kann nicht richtig denken… ich fuehle mich, als wenn ich nicht… nicht..."

 

Sheppards Stimme verlor sich und Rodney dachte an die Eingebung, die er zuvor gehabt hatte, der Grund, warum er ueberhaupt angeboten hatte, den Babysitter zu spielen, damit Sheppard in seinem Quartier bleiben konnte, anstatt auf die Krankenstation zu muessen.

Und mit leiser Stimme beendete er den Satz fuer ihn: "... nicht die Kontrolle haette?"

 

Der raue Laut, der danach von Sheppard folgte, war rein technisch gesehen ein Lachen, obwohl es sich alles andere als vergnuegt anhoerte.

"Jaah...." erwiderte er veraechtlich und klang dabei unglaublich muede.

 

Rodney dachte fuer einen Moment darueber nach und fragte dann:

"Haben Sie sich deshalb von der Krankenstation weggeschlichen?"

 

Fuer einen Augenblick wurde es still und er ueberlegte, ob er wohl zu weit gegangen war – trotz seines laessigen Charmes, war Sheppard von allen Menschen, die Rodney kannte, derjenige, der seine Gefuehle am meisten abschirmte. Er liess niemanden leicht an sich herankommen, selbst bei seinen Freunden hielt er die Dinge meist oberflaechlich und sprach nur sehr selten ueber etwas, wenn es auch nur im Entferntesten zu persoenlich schien. Rodney hatte das nie richtig verstanden – er zog es lieber vor, genau das auszusprechen, was ihm durch den Kopf ging, ueblicherweise genau in dem Moment, wenn es ihm in den Sinn kam – aber er hatte fuer gewoehnlich zumindest versucht, Sheppards sehr offenkundige Grenzen zu respektieren. Und er hatte keinen Zweifel daran, dass Sheppard faehig war, wirklich tiefe Bindungen einzugehen – denn er war zudem auch der wohl krankhaft loyalste Mensch, den Rodney jemals getroffen  hatte -  aber sein scheinbar grausames Verlangen nach Kontrolle bedeutete, dass er sich immer ein wenig abschottete, sich immer auf Distanz hielt.

 

Aber irgendwie, hier in dem Zwielicht von Sheppards Quartier, schafften es die Einfluesterungen der Schmerzmittel seine sorgfaeltig errichtete Abwehrmauer zu unterminieren, es schien, als wuerden diese Grenzen ein wenig in sich zusammenfallen.

Ohne sich zu bewegen, mit dem Ruecken zu Rodney und sein Kopf noch immer unter seinem Arm verborgen, stiess Sheppard ein Seufzen aus und begann dann zoegerlich zu sprechen, wobei seine Stimme durch die Medikamente noch immer etwas undeutlich klang:

"Ich konnte dort nicht bleiben. Ich fuehlte mich total neben der Spur, benommen und so... und da waren viel zu viele Leute... Ich fuehlte mich so....so fuerchterlich entbloesst. Alles, was ich denken konnte, war, dass ich da einfach raus musste,... allein sein..."

 

Zum ersten Mal in seinem Leben blieb Rodney still, er wollte diese in seltsamer Weise intime Atmosphaere, die dieses Gestaendnis hervorrief, nicht zerstoeren. Sheppards staehlerne Kontrolle begann ihm zu entgleiten und das offenbarte einen fluechtigen Eindruck des Teiles von ihm, den er sonst nie zeigte. Und Rodney fuehlte sich seltsam beruehrt, dass er gerade derjenige war, dem Sheppard sich oeffnete. Doch er wusste auch, dass dieser das sehr wahrscheinlich am naechsten Morgen schon bereuen wuerde.

 

"Ich mag es nicht.... ich hasse es, wenn ich das Gefuehl habe, die Kontrolle zu verlieren und Schmerzmittel machen mich.... ganz wuschig. Irgendwie dumm. Es ist wie… ich

weiss, ich kann nicht klar denken, aber ich kann einfach auch nicht.... nicht damit aufhoeren."

 

Sheppards stockende Worte verstummten and das einzige Geraeusch in dem Raum war das sachte Schnauben seines Atems und das leichte Rascheln der Bettwaesche, als er sich ein wenig bewegte. Die Stille hielt lange an, lange genug, dass Rodney schon dachte, dass es das war, dass Sheppard fertig war, doch dann sprach er unvermittelt weiter. Seine Stimme war leise und wirkte seltsam verletzlich.

 

"Es macht mir Angst."

 

Rodney starrte auf den Haufen unter der Bettdecke, sein Mund stand weit offen, doch es kamen keine Worte heraus...

 

"Es macht mir Angst, was ich vielleicht tun koennte... was ich sagen koennte, waehrend ich keine Kontrolle ueber mich selbst habe. Ich will nicht.... ich will nicht, dass die Leute mich so sehen."

 

Rodneys Mund verzog sich voller Ungeduld.

"Sie nicht so sehen, wie was...? Dass Sie auch nur ein Mensch sind?" ruegte er ihn in einem leicht beissenden Tonfall. "Sie haben also lieber Schmerzen, als dass sie akzeptieren wuerden, dass auch Sie nicht unfehlbar sind? Und da behaupten die Leute, ich haette ein grosses Ego..."

 

Ploetzlich verschob sich die Bettdecke und ein Bueschel verstrubbelter Haare und ein einzelnes truebes Auge kamen zum Vorschein.

"Ich kann mit den Schmerzen umgehen," teilte ihm die gedaempfte Stimme mit.

 

"Wirklich?"

Rodney sorgte dafuer, dass der Tonfall seiner Stimme ganz genau vermittelte, wie wirklich idiotisch er diese Behauptung fand. Seine Augen zogen sich zusammen, als ihm ploetzlich ein Gedanke kam und er sah Sheppard argwoehnisch an.

 

"Wie haben Sie Ronon den Finger gebrochen?" wollte er wissen.

 

Ohne dass er sich ueberhaupt bewegt haette, brachte es dieser Betthaufen fertig, irgendwie schuldig auszusehen.

 

"Sheppard?"

 

"Er hat versucht, mir in das Krankenbett zu helfen."

 

"Und?"

 

"Und das Bewegen hat wirklich weh getan, okay? Und vielleicht habe ich etwas haerter zugegriffen, als ich es haette tun sollen," nuschelte er gestaendig in sein Kissen.

 

Rodney brauchte einen Moment, um diese Information zu verarbeiten, bevor er unglaeubig nachfragte: "Sie haben seine Hand so fest gehalten, dass Sie ihm den Finger gebrochen haben?!"

 

"Ich habe nicht seine Hand gehalten!" protestierte Sheppard empoert. "Bei Ihnen klingt das so, als..."

 

"Wie auch immer," Rodney machte eine wegwerfende Handbewegung. "Lassen Sie mich das jetzt nur richtig verstehen – Sie hatten solche Schmerzen, dass Sie Ronon den Finger gebrochen haben ohne es zu merken... aber Sie haben sich dennoch geweigert Carsons Schmerzmittel anzunehmen? Ist das Ihre Vorstellung davon mit Schmerzen umzugehen?"

 

"Und dann hat Carson mich ausgetrickst," beschwerte sich der Haufen muerrisch.

 

"Er hat was?"

 

"Naja, er war ziemlich wuetend, dass ich die Tabletten nicht nehmen wollte. Er sagte, er wuerde losgehen, um etwas zum Fixieren von Ronons Finger zu holen. Und als er zurueckkam, hat er sich an mich herangeschlichen und mir eine Nadel in den Oberschenkel gerammt!"

 

Sheppard klang jetzt tatsaechlich entruestet. Ok, er klang wie ein entruesteter 5-Jaehriger, der nicht einsehen wollte, dass er nunmal Stubenarrest bekommen hatte.

Rodney seufzte auf: "Und dann haben Sie sich geraecht, in dem Sie aus der Krankenstation getuermt sind?"

 

"Waehrend er damit beschaeftigt war, Ronons Finger zu verbinden, ja," stimmte Sheppard zu und es hoerte sich verdaechtig danach an, als wenn er dabei leise vor sich hinkicherte.

 

"Und dann haben Sie mich damit ueberrumpelt, den Babysitter fuer Sie zu spielen, damit Carson Sie nicht an Ihren Ohren zurueck in die Krankenstation schleifen konnte," beklagte sich Rodney.

 

"Sie haben sich freiwillig gemeldet," erinnerte ihn Sheppard leise, das Lachen war aus seiner Stimme verschwunden.

 

"Hmm, ich Trottel," doch trotz sines saeuerlichen Tonfalls, konnte Rodney es dem Colonel nicht uebelnehmen, dass er aus diesem Gefaengnis ausgebrochen war. Carsons Medikamente hatten ihm wirklich boese mitgespielt, und fuer einen solch verschlossenen Menschen musste es die Hoelle sein, sich an einem verhaeltnismaessig oeffentlichen Ort aufzuhalten, waehrend sein Abwehrpanzer durchbrochen war.

Was er ihm in den letzten fuenf Minuten erzaehlt hatte, waren Informationen, die Lt. Col. John Sheppard unter normalen Umstaenden niemals irgendjemandem offenbaren wuerde.

Er wuerde sich wahrscheinlich am Morgen dermassen schaemen, dass er gerade vor Rodney seine Seele ausgebreitete hatte, dass es einer Nacht in der Krankenstation gleichkam...

 

"Danke, Rodney. Ich meine es ernst," die Worte hoerten sich, wenngleich noch immer ein wenig verschwommen, aufrichtig an, waehrend ihn nun zwei Augen von unter der Decke her anlinsten.

Rodney verdrehte kurz die Augen, doch seine Stimme klang ernst, als er leise antwortete:

"Gern geschehen."

 

Die mueden Augen beobachteten ihn noch fuer eine ganze Weile, doch dann ertoente ein herzhaftes Gaehnen aus den Tiefen der Bettwaesche.

 

"Schlafen Sie etwas," befahl Rodney. "Sie werden sich morgen frueh beschissen genug fuehlen."

 

"B'n okay," die Decke bewegte sich wieder, als John sich auf die Seite drehte und sich abermals in sein Kissen eingrub. Rodney sah ihm einen Moment dabei zu, wie er sich eine behagliche Position brachte und wandte dann seine Aufmerksamkeit wieder seinem PC zu.

 

Er arbeitete vielleicht fuer zehn Minuten oder so an seinen Daten, bevor ihn das dringende Beduerfnis ueberkam aufzustehen und einen Blick auf Sheppard zu werfen. Bis auf das langsame Heben und Senken der Bettdecke, war alles ruhig. Es kam auch keine Reaktion, als Rodney ihn leicht beruehrte, waehrend er sich herueberlehnte, um die Bettdecke etwas von seinem Gesicht herunterzuziehen. Sheppard war sofort eingeschlafen, den Mund leicht geoeffnet, die Haare in Buescheln emporragend und ein Arm schlaff ueber das Kissen geworfen. Rodney breitete die Decke wieder auf seinen Schultern aus, ging zurueck zu dem Sessel und griff sich erneut seinen Datenpad.

 

In den naechsten paar Stunden waren die einzigen Geraeusche in dem Raum das leichte Schnauben von Sheppards Atmen und das leise Tippen von Fingern auf der Tastatur.

In der Sicherheit und Behaglichkeit seines eigenen Quartieres wachte John Sheppards Freund ueber ihn, waehrend er schlief.

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