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Gebrauchte Tage....

Ich weiss nicht, ob Ihr diesen Ausdruck kennt, aber in meinem Bekanntenkreis hat sich dieser Begriff fuer solche Tage eingebuergert, an denen man besser haette im Bett bleiben sollen.
Nun ja, und nachdem wohl auch einigen anderen in letzter Zeit diese "Gebrauchten Tage" angedreht worden waren, war es nun bei mir heute so weit! *seufz* Warum soll es mir auch besser gehen als Euch, Liane und Tanja? Obwohl ich nicht weiss, ob ich ueberhaupt mit Euch mithalten kann...?! *grins*

Dieser Tag begann damit, dass ich, gerade als ich zur Arbeit wollte, mit Schrecken festgestellt habe, dass meine Toilette verstopf war. Na klasse! Und ich denke, ich brauche Euch keine genaueren Beschreibungen zu geben "how much disgusting!" so etwas ist, oder? Und leider liess sich das "Problem" auch nicht so einfach in der naechsten halben Stunde oder so beheben... komplett dicht, das Sch***Ding!!! *angry* ausserdem musste ich zur Arbeit! Als ich dann endlich (natuerlich viel zu spaet) dort angekommen war, erwartete mich schon voller Ungeduld mein Chef, um mir zu erzaehlen, wie er sich so den Arbeitsplan bis August, also bis zu meinem "monatelangen" Urlaub vorstellt. Keine Sorge, mein Chef ist wirklich ein ganz Netter! (eigentlich der beste Chef, den man sich nur vorstellen kann!) Aber er liebt es halt, mich damit aufzuziehen, wie ich es denn wagen kann, ueberhaupt Urlaub nehmen zu wollen!! *grins* Er selbst vergisst schonmal, dass er Urlaub hat! *lol* Nein, wirklich, in meinem alten Labor hat man mir erzaehlt (das war noch vor meiner Zeit), dass er tatsaechlich zur Arbeit gekommen ist, obwohl er Urlaub hatte. Und nachden man ihn darauf angesprochen hatte, ist er quasi aus allen Wolken gefallen, so nach dem Motto: "Wie? Ich habe Urlaub?" Ist doch irgendwie cute, oder?
Ups, ich schweife ab...
Also das, was er nun bis August noch alles ausprobiert und erforscht haben moechte, ist gelinde gesagt, nicht gerade wenig... puh! Aber ich mache meinen Job echt gerne, also kriege ich das auch irgendwie hin.... selbst wenn das den ein oder anderen Tag am Wochenende mit einschliesst.

Der naechste Tagesordungspunkt war das Abschiedsessen fuer meine liebste Kollegin. Das war irgendwie total traurig, weil ich mit ihr immer am besten ausgekommen bin, zumal sie der einzige Stargate-Fan im Labor ist! :-( Und vllt koennt Ihr Euch vorstellen, dass es fuer mich auch nicht so einfach war, mit all den neuen Kollegen, deren Sprache ich nicht so wirklich gut spreche, ueberhaupt erstmal warm zu werden....
Ok, wir waren also in einem richtig netten Restaurant (15 Leute) und als das Essen kam, habe ich noch zu meiner Tischnachbarin gesagt: "Oh toll, die scheinen es ja tatsaechlich hinzukriegen, dass alle gleichzeitig ihr Essen kriegen!" (in dem Moment sah es noch ganz danach aus), tja, ich koennt Euch sicher denken, wer als einzige noch ca. weitere 15 min warten musste, bis sie ihr Essen hatte, oder?
Man soll halt den Tag nicht vor dem Abend loben!!!
War schon ziemlich doof, als alle anderen schon fertig waren und ich immer noch an meinem zugegeben sehr leckeren Burger rummuemmelte...
Und leider hiess es danach nicht ab aufs Sofa zum Verdauen, nope... "Weiter arbeiten" war die Devise! Also sind wir dann muede und vollgefuttert wieder zurueck ins Labor. Und da ich meine Medizinstudentin, die ich zur Zeit betreue, wohl doch recht gut angelernt hatte, hat sie in der Zwischenzeit fleissig weitergemacht, so dass es aussah, als wenn wir beide einen fruehen Feierabend haben wuerden (und ich mich endlich um meine bloede Toilette kuemmern koennte). 
Leider war auch das ein Trugschluss! Gerade als wir beide soweit fertig waren, rief mich eine andere Kollegin an und fragte, weil sie es nicht schaffen wuerde, ob ich die Betreuung ihres Studenten uebernehmen koenne? Und da ich nunmal ein netter Mensch bin und sie mich tatsaechlich am Telefon ihren "Lifesaver" (wie die Aerztin in "Sunday" zu Carson! Musste echt sofort daran denken! *gg*) genannt hatte, habe ich also noch ne Stunde drangehaengt.

So, dann war endlich Feierabend! Und wie sollte es anders sein, fuhr mir natuerlich der Bus vor der Nase weg... und bis der naechste kam, war das Gewitter auch schon da!!!! *blink*
It was raining cats and dogs!!! Seriously!!! Mit Hagel, Blitz und Donner!! Und auf dem wirklich eigentlich sehr kurzen Stueck von der Bushaltestelle bis nach Hause war ich im wahrsten Sinne durchnaesst bis auf die Knochen. Ich glaube, das war tatsaechlich das 2. Mal in meinem Leben, dass ich mich komplett (!) umziehen und erstmal richtig abtrocknen musste, als ich dann endlich in meiner Wohnung war! Das erste Mal, wo es mich so arg erwischt hat, war uebrigens auf einer Fahrradtour an Himmelfahrt vor ca. 10 Jahren.

Ich glaube, das einzig Gute war dann, dass ich mittels einer selbstgebastelten "Spinne" (sprich ein recht langer, stabiler Schlauch, den ich mir im Labor gemopst habe) meine Toilette dann doch relativ schnell wieder frei bekommen habe! Puh!!! Gott sei Dank! Ich habe naemlich keine Ahnung wie schnell oder gut Handwerker/ Klempner hier auf der Insel eigentlich sind? Brauchte bis dato noch keinen, und ich hoffe, dass das verdammt nochmal auch so bleibt!!! *grins*

Und eigentlich koennte es mir jetzt wieder richtig gut gehen, wenn da nicht noch eine gewisse Sorge waere, die mir irgendwie Kopfzerbrechen bereitet... aber das ist ein anderes Thema....

So, und dann will ich noch schnell die Chance nutzen und einen weiteren Teil meiner FF "Deathtraps" online stellen! Viel Spass!

Seit mehreren Stunden kaempften sie sich jetzt schon durch den Dschungel. Ronon ging vorweg und benutzte sein Schwert wie eine Machete oder Sense, um ihnen einen Durchgang durch das dichte Unterholz zu bahnen.

Doch immer wieder peitschten ihnen tief haengende Zweige ins Gesicht oder erschwerten ihnen dornenbewehrte Straeucher das Weiterkommen.

Schon nach kuerzester Zeit waren sie alle muede und erschoepft. Ihre Kleidung klebte schweissnass an ihren Koerpern und die Sonne fand immer wieder einen Weg, sie selbst durch das dichte Blaetterwerk zu erreichen und zu martern. Auch schien sie sich in den letzten Stunden nicht um einen Jota bewegt zu haben, sie stand noch immer hoch im Zenit. Doch wenn diese Region tatsaechlich den Tropen auf der Erde aehnlich war, konnte sich das schon innerhalb von Minuten aendern.

 

"Wir haetten doch einen anderen Weg nehmen sollen!" jammerte Rodney.

 

"Ach, und Sie meinen, dass ein anderer Weg besser gewesen waere? Vielleicht ist Ihnen das ja nicht aufgefallen, aber hier sieht es ueberall ziemlich gleich aus," erwiderte Sheppard genervt. Auch ihm lief der Schweiss von der Stirn und sein Gesicht und Haende wiesen zahlreiche kleine Kratzer auf, wo ihn die garstigen Pflanzen traktiert hatten.

"Ausserdem glaube ich mich zu erinnern, dass es Ihre Idee gewesen war, dem Kompass nach Norden zu folgen," fuegte er provozierend hinzu.

 

Tatsaechlich aber hatten sie sich gemeinsam dazu entschieden, einfach der Kompassnadel zu folgen. Selbst wenn es hier, wo immer hier auch auch sein mochte, gar kein Norden gab, so hatte die Nadel doch stets in dieselbe Richtung gezeigt. Zumindest schlossen sie somit aus, im Kreis zu laufen.

 

"Ich hatte ausserdem auch vorgeschlagen, dass wir einfach warten sollten..." merkte McKay noch etwas unwirsch an.

 

"Und auf was wollten Sie da warten? Haben Sie allen Ernstes geglaubt, dass die uns erst aussetzen, zwei Tage spaeter wiederkommen und uns dann mit einem 'Oh, tut uns leid!' wieder einsammeln wollten?“

 

Da dies ohnehin nur eine rhetorische Frage des Colonels gewesen, verkniff der Kanadier sich jeden weiteren Kommentar, sondern seufzte nur leise auf. Natuerlich war ihm bewusst, dass sie dort nicht hatten bleiben koennen. Sie mussten einen Weg aus diesem Urwald finden und wenn moeglich auch einen Hinweis auf eine Zivilisation oder aehnliches, am besten aber noch ein Stargate.

 

Ploetzlich hob Ronon den linken Arm und bedeutete ihnen damit, ruhig zu sein.

 

"Was ist los?" fragte Teyla angespannt.

 

"Hoeren Sie das denn nicht?"

 

Daraufhin horchte der Rest des Teams konzentriert in den Wald hinein. Und tatsaechlich, zwischen all dem Summen der Insekten und dem staendigen Rascheln im Buschwerk, das sie seit ihrem Aufbruch begleitet hatte, draengte sich nun ein weiteres Geraeusch an ihre Ohren. Es war ein seltsames Grollen oder Rauschen, das sie zunaechst nicht einordnen konnten, doch dann meinte Teyla:

 

"Das hoert sich an wie... Wasser. Vielleicht ein grosser Fluss oder ein Wasserfall?"

 

"Da koennten Sie Recht haben, Teyla," stimmte ihr Sheppard hoffnungsvoll zu.

 

Und allein der Gedanke an ein fliessendes Gewaesser, gab ihnen neuen Auftrieb. Denn wenn sie wirklich auf moeglichst intelligentes Leben treffen wollten, standen die Chancen in der Naehe eines Flusses dafuer sehr viel besser als in den unwirtlichen Tiefen eines tropischen Waldes. Ermutigt folgten sie daher dem Geraeusch, das sich alsbald zu einem maechtigen Donnern steigerte.

Und ploetzlich waren sie aus dem Dschungel heraus und starrten beeindruckt auf das Naturschauspiel, das sich ihnen nun bot.

Ueber ihnen stuerzten Abermillionen Liter Wasser aus einer Hoehe von sechs- oder auch siebenhundert Metern in die Tiefe, um sich am Fuss einer Felswand zu einem reissenden Fluss zu versammeln. Myriaden kleinster Wassertropfen hingen wie ein Schleier in der Luft und produzierten im Licht der Sonne einen intensiv leuchtenden Regenbogen. Zudem kuehlte die Gischt auf angenehme Weise ihre erhitzten Gesichter.

Jedoch herrschte hier auch ein geradezu infernalischer Laerm, der eine Verstaendigung schier unmoeglich machte.

 

"Wir gehen flussabwaerts!" schrie John gegen das Tosen an und unterstrich diese Aufforderung zusaetzlich mit einer Handbewegung. Seine Freunde bestaetigten nur mit einem Nicken, dass sie verstanden hatten, sehr viel mehr war zu diesem Zeitpunkt einfach nicht moeglich.

Und je weiter sie sich von dem Wasserfall entfernten, desto ruhiger wurde es auch wieder. Auch wurde der Untergrund, der zuvor noch durch die Gischt weich und morastig gewesen war, zunehmend trockener und fester.

Grosse Gesteinsbrocken saeumten das Ufer des Stromes und immer wieder waren sie gezwungen, einen kleinen Umweg zu machen, weil sie die Felsen anders nicht ueberwinden konnten. Und doch kamen sie jetzt wesentlich besser voran. Der Streifen zwischen Fluss und Wald mass vielleicht zwanzig oder dreissig Meter und war nur spaerlich mit Gras bewachsen, so dass Ronon sein Schwert wieder in die Scheide auf seinem Ruecken zurueckstecken konnte. Und zudem machte die Naehe des Wassers auch die Hitze um Einiges ertraeglicher.

 

"Glauben Sie wirklich, dass wir hier auf einem anderen Planeten sind?" nahm McKay das Thema wieder auf, das ihn schon seit geraumer Zeit beschaeftigte, und sah John von der Seite her an.

 

"Ich befuerchte, dass wir diese Moeglichkeit in Betracht ziehen muessen, Rodney. Naeheres werden wir wohl erst wissen, wenn die Sonne untergegangen ist. Zumindest hoffe ich, dass uns die Sterne mehr Aufschluss darueber geben koennen, wo wir uns eigentlich befinden," antwortete dieser ernst. Dabei beobachtete er, wie Ronon, der ihnen einige Meter vorausgegangen war, in die Hocke ging, um sich irgendetwas am Ufer genauer anzusehen. Teyla hingegen war, nachdem sie sich ihre Jacke ausgezogen und um die Taille gebunden hatte, ein wenig zurueckgefallen, so dass sich John und Rodney nun in der Mitte ihrer kleinen Gruppe befanden.

 

"Aber sie werden uns doch suchen, oder?" fragte McKay voller Hoffnung weiter.

 

"Atlantis? Sicher werden Sie das. Und solange wir uns tatsaechlich noch auf dem Planeten befinden, stehen die Chancen, dass sie uns auch finden werden, wohl ganz gut. Schliesslich koennen sie ja unsere Transmitter orten," antwortete Sheppard nachdenklich. "Sollte man uns aber auf einen anderen Planeten verschleppt haben... " er liess den Satz unvollendet, er wusste, dass es unnoetig war, den Teufel in all seinen Details an die Wand zu malen.

 

"In diesem Fall wuessten wir noch nicht einmal, ob es hier ueberhaupt ein Stargate gibt," gab McKay zusaetzlich zu bedenken. Daraufhin schauten sich die beiden Maenner fuer einen Moment wortlos an. Das waren nun wirklich nicht die rosigsten Aussichten.

 

Dann hoerte Sheppard ploetzlich ein merkwuerdiges Flattern ueber ihren Koepfen. Er sah nach oben und fuer einen Augenblick verdunkelte eine wogende Masse die Sonne. Bevor er richtig erkennen konnte, was es war, unterbrach Teylas angstvoller Aufschrei das monotone Murmeln des Flusses zu ihrer Rechten. Ensetzt fuhr John herum. Und der Anblick, der sich ihm bot, liess ihm das Blut in den Adern gefrieren.

 

Ein Schwarm vogelaehnlicher Geschoepfe stuerzte in diesem Augenblick vom Himmel herab. Sie hatten die Groesse ausgewachsener Adler, waren aber von pechschwarzer Farbe. Und ihre Fluegel besassen keine Federn wie bei normalen Voegeln, sie schienen eher aus einer duennen lederartigen Haut zu bestehen, was wahrscheinlich auch den merkwuerdig knatternden Klang, den sie verursachten, erklaerte.

Mindestens zwei Dutzend dieser mit spitzen Krallen bewehrten Lebewesen attackierten die Athosianerin, die nur hilflos ihre blanken Arme zur Abwehr erhoben hatte. Gnadenlos hackten sie mit ihren spitzen gebogenen Schnaebeln auf sie ein.

 

Die Schrecksekunde, die John gebraucht hatte, um die Situation zu erfassen, hatte Ronon gereicht, um loszulaufen. Blitzschnell hatte er abermals sein Schwert gezogen und stuermte auf Teyla zu, die nun, von der schieren Gewalt des Angriffes ueberwaeltigt, in die Knie gegangen war. Schuetzend hatte sie ihre Haende ueber dem Kopf verschraenkt und versuchte verzweifelt, die pickenden Schnaebel abzuwehren.

Auch Sheppard und McKay waren losgerannt, um ihrer Freundin zu helfen, aber Ronon erreichte sie zuerst und tauchte ungebremst in die schwarze wirbelnde Masse ein. Wie ein Berserker wuetete er unter den Angreifern und nicht wenige von ihnen verloren in den darauffolgenden Sekunden Koepfe oder andere Gliedmassen.

Dann war es vorbei.

Letztendlich hatten die Wesen wohl begriffen, dass sie einem wuetenden Satedaner nichts entgegen zu setzen hatten. Sie liessen von Teyla ab und verschwanden kraechzende, fast zornig klingende Laute ausstossend im nahen Wald.

 

Besorgt kniete John neben der Athosianerin, die ihn aus starren, apathisch wirkenden Augen anschaute.

 

"Teyla? Es ist gut. Sie sind weg," versuchte er die offensichtlich unter Schock stehende Frau zu beruhigen. Ihre Arme, Haende und auch ihr Gesicht waren blutueberstroemt. Zum Glueck schienen diese Verletzungen aber nur oberflaechlich zu sein. Und auch ihr Blick klaerte sich zusehends.

 

"John? Was...? Ich... " stammelte Teyla verwirrt.

 

"Keine Sorge, es wird alles wieder gut," erwiderte dieser zuversichtlich, obwohl auch ihm der Schreck noch gehoerig in den Knochen steckte und er von seiner eigenen Aussage nur sehr halbherzig ueberzeugt war.

"Ritter Ronon hier hat sie alle verjagt!" fuegte er schmunzelnd hinzu. Und tatsaechlich schien dieser kleine Scherz die gewuenschte Wirkung zu erzielen, denn er zauberte ein schwaches Laecheln auf ihr Gesicht.

 

"Koennen Sie aufstehen?" fragte John nach.

 

"Ich denke schon," entgegnete sie und bekraeftigte dies mit einem Nicken.

 

McKay hatte derweil einen Notfallverband mit Wasser aus seiner Feldflasche getraenkt und begann nun zaghaft, ihre Wunden zu saeubern. Mit einem dankbaren Laecheln nahm Teyla ihm den Verband ab und setzte die Arbeit selbst fort.

 

"Wir sollten uns besser einen Platz zum Uebernachten suchen," meinte Ronon auf einmal.

 

Durch die ganze Aufregung hatten sie gar nicht bemerkt, dass es angefangen hatte zu daemmern. Und als wenn jemand das Licht ausschalten wuerde, brach in beaengstigend kurzer Zeit die Nacht ueber sie herein. Nur der blasse Schein zweier Monde spendete noch ein wenig Licht, dennoch war es viel zu dunkel, um an ein Weitergehen zu denken.

Und da man ihnen, wie sie zuvor noch festgestellt hatten, auch ihre Taschenlampen genommen hatte, verfuegten sie ueber keinerlei Lichtquellen. Und in Sheppard keimte sogar der Verdacht auf, dass man ihnen auch ihre P-90s nur aus diesem Grund genommen hatte, da diese ebenfalls mit einer Lampe ausgestattet waren. Da wollte es ihnen jemand so schwer wie moeglich machen.

 

Sie beschlossen im Schutz der Baeume am Rand des Waldes ihr Lager aufzuschlagen. Dann sammelten sie Holz und entzuendeten ein Feuer, das sie aus zweierlei Gruenden die Nacht ueber brennen lassen wollten. Einerseits war es, nachdem die Sonne untergegangen war, doch empfindlich kuehl geworden, und andererseits hofften sie, durch den Schein des Feuers etweilige Raubtiere von ihnen fern halten zu koennen, zumindest aber diese widerlichen Flugmonster. Obwohl McKay die Hoffnung geaeussert hatte, dass es Ronon gelungen war, diese endgueltig zu vertreiben.

 

Erschoepft von den Ereignissen des Tages sassen sie am Feuer und schauten in die knisternden Flammen. Schweigend und ohne richtigen Appetit assen sie jeder einen der Energieriegel. Am naechsten Tag wuerden sie anfangen muessen ueber eine alternative Nahrungsquelle nachzudenken. Aber selbst Rodney konnte die Aussicht auf etwas Essbares diesmal nicht aufheitern, er sass etwas abseits und blickte gedankenversunken in den Nachthimmel hinauf. Ploetzlich seufzte er verstehend auf.

John drehte sich zu ihm und fragte:

 

"Was ist los, McKay?"

 

Dieser wandte sich ihm zu und antwortete mutlos:

 

"Mir ist nur gerade aufgefallen, dass dieser Planet zwei Monde hat."

 

"Und?" hakte Sheppard verstaendnislos nach.

 

"Laut der Datenbank der Antiker hatte der Planet, zu dem wir urspruenglich gereist waren, aber nur einen Mond. Wir sind tatsaechlich auf einen anderen Planeten verschleppt worden."

 

Und diese deprimierende Erkenntnis nahmen Teyla, Ronon und Rodney mit in einen unruhigen Schlaf, waehrend John, der die erste Wache uebernommen hatte, noch eine ganze Weile bewusst darueber nachgruebelte. 

 

~~~

Am naechsten Morgen wurde Sheppard von einem merkwuerdigen Klopfen und Haemmern geweckt. Verwirrt sah er sich um und entdeckte Ronon, der am Ufer des Flusses sass und Steine gegeneinander schlug. Noch etwas benommen von den Albtraeumen der Nacht, in denen gigantische Flugsaurier mit kleinen stacheligen Koepfen die Hauptrollen uebernommen hatten, rappelte er sich hoch und ging zu seinem Freund hinueber.

Rodney und Teyla schliefen noch, und er wollte ihnen diese wenigen verbleibenden Minuten auch gerne goennen, vor allem konnte die Athosianerin den Schlaf nach ihrem gestrigen Erlebnis nur allzu gut brauchen.

Gluecklicherweise war die Nacht hingegen jeglicher Befuerchtungen ruhig geblieben.

 

"Was machen Sie da?" fragte Sheppard interessiert.

 

"Speere.... zum Jagen," erklaerte Ronon knapp, fuegte dann aber noch ein wenig duester hinzu: "Ich glaube naemlich, dass wir unsere Munition noch fuer ganz andere Dinge brauchen werden."

 

John nickte beklommen und liess sich neben dem Satedaner auf den Boden sinken. Dann beobachtete er, wie sein Freund geschickt die Steine, die er zuvor in scharfkantige Dreiecke zerschlagen hatte, mittels Lianen aus dem Wald an mehreren gerade gewachsenen Aesten befestigte. Kritisch begutachtete er sein Werk und wog jeden einzelnen dieser provisorischen Speere in der Hand, um die Balance zu testen.

Der zufriedene Ausdruck auf dessen Gesicht zeigte Sheppard, dass die Waffen wohl den Test bestanden hatten.

 

"Na dann mal los... auf zum froehlichen 'Wildschwein-Jagen'," meinte Sheppard enthusiastisch. "Kommen Sie. Ich denke, McKay wird Sie auf ewig vergoettern, wenn Sie ihm ein opulentes Fruehstueck bieten koennen," setzte er grinsend hinzu.

 

Eine knappe Stunde spaeter holte der intensive Geruch nach gebratenem Fleisch Rodney aus seinen Traeumen. Ein Laecheln umspielte seine Lippen, noch bevor er ueberhaupt die Augen aufgeschlagen hatte. Und ganz im Gegensatz zum vergangenen Abend langte er bei diesem doch recht ungewoehnlichen Fruehstueck wieder mit dem ueblichen Appetit  zu, wobei er Ronon tatsaechlich das ein oder andere Mal dankbar ansah.

Auch Teyla ass genuesslich etwas von dem Tier, das, soweit man das jetzt noch sagen konnte, Aehnlichkeit mit einer grossen Beutelratte oder einem Oppossum gehabt hatte, nur die uebergrossen Reisszaehne dieses Geschoepfes schienen so gar nicht zu seinen vermeintlichen Verwandten von der Erde zu passen.

John betrachtete seine Teamkollegin eingehend. Sie war laengst nicht mehr so blass wie noch am Abend zuvor und ueber den zahlreichen Verletzungen auf ihren Armen und dem Gesicht hatte sich eine erste Schorfschicht gebildet. Die Wunden wuerden zwar noch eine ganze Zeit brauchen, bis sie verheilt waren, aber wenigstens bluteten sie nicht mehr.

Trotzdem erkundigte er sich mit sanfter Stimme:

 

"Wie geht es Ihnen, Teyla?"

 

"Sehr viel besser... danke," antwortete sie laechelnd.

 

"Und wer fragt hier nach meinem Befinden," warf Rodney entruestet ein.

 

"Oh, sind Sie gestern auch von einem Schwarm blutruenstiger Monster angegriffen worden?" hakte Sheppard Verblueffung vortaeuschend nach.

 

"Ach so ist das... ich muss erst angegriffen werden, bevor sich hier jemand dafuer interessiert, wie es mir geht!" entgegnete McKay beleidigt. Und gegen seinen Willen musste John lachen, als er dessen empoerten Gesichtsausdruck dabei sah. Doch dann wurde er schnell wieder ernst.

"Wir sollten damit nicht spassen, Rodney, moeglicherweise passiert das eher, als es Ihnen... uns allen lieb ist..."

 

Teyla war unterdessen zum Fluss hinuntergegangen, um die Wasserflaschen zu fuellen und sich die Reste des eingetrockneten Blutes von ihren Armen zu waschen. Das Bild des Stromes hatte sich, seitdem sie auf ihn gestossen waren, drastisch veraendert. War er am Anfang noch reissend und ungestuem gewesen, so floss er nun fast gemaechlich dahin.

Ronon war aufgestanden und beobachtete, wie die junge Frau sich ihrer Schuhe entledigte und ihre Hose nach oben krempelte. Dann ging sie ein paar Schritte ins Wasser und tauchte ihre Arme darin ein.

Ploetzlich stutzte er und kniff die Augen zusammen, um das Phaenomen besser gegen den Schein der Sonne sehen zu koennen.

 

"Sheppard?"

 

John trat neben ihn und sah ihn fragend an. Der Satedaner hob den rechten Arm und deutete auf irgendetwas im Wasser. Sheppard beschattete mit einer Hand sein Gesicht und versuchte zu erkennen, was Ronon meinte.

Dann sah er es. Da war ein Schatten im Wasser, dunkel und bestaendig seine Form veraendernd.

Und er bewegte sich mit rasender Geschwindigkeit auf Teyla zu.

Johns Magen zog sich krampfhaft zusammen. Was immer das war, es konnte nichts Gutes bedeuten.

 

"Teyla!" schrie er. "Raus aus dem Wasser! Schnell!"

 

Die Athosianerin drehte sich um und sah ihn irritiert an. Scheinbar hatte sie ihn nicht richtig verstanden, und so wiederholte er seine Warnung, wobei er heftig gestikulierend auf den Schatten zeigte, der jetzt nur noch wenige Meter von ihr entfernt war.

 

"Raus da! SOFORT!"

Seine Stimme klang panisch, als er realisierte, dass sie es nicht vor diesem Etwas schaffen wuerden, Teyla zu erreichen. Doch sie schien sich nun selbst der Gefahr bewusst zu werden. Rueckwaerts gehend, den Blick starr auf das seltsame Gebilde, das dort auf sie zuschwomm, geheftet, erreichte sie im letzten Moment das rettende Ufer. Sie liess sich einfach fallen und zog hastig die Fuesse aus dem Wasser. Praktisch nur Bruchteile, bevor der Schwarm sie eingeholt hatte.

Jetzt konnten sie erkennen, dass dieses Etwas aus Hunderten von dunklen Leibern bestand, die unter der Wasseroberflaeche umherwirbelten.

 

"Was ist das?" fragte sie verunsichert, als Sheppard und Ronon bei ihr angelangt waren.

 

"Sieht mir nach einer Art von Fischen aus," entgegnete John nicht weniger irritiert. "Es kam mir fast so vor, als wollten sie Sie gezielt angreifen..."

 

"Moment..." meinte Ronon und lief zum Lager. Dort angekommen riss er McKay, der die ganze Szene verwirrt beobachtet hatte, das letzte Stueck Braten aus der Hand, kehrte zu Sheppard und Teyla zurueck und schmiss das Fleisch mitten in den Schwarm.

Ploetzlich begann die Oberflaeche zu brodeln, als sich die Tiere auf den dargebotenen Leckerbissen stuerzten und ihn in Sekundenschnelle verspeisten. Entsetzt verfolgten die Menschen das Geschehen.

 

"Piranhas?" fluesterte John unglaeubig. Ronon und Teyla sahen ihn verwundert an.

 

"Na ja, auf der Erde gibt es ebenfalls Raubfische, die vom Blutgeruch angelockt werden und in Schwaermen angreifen, aber ich habe noch nie gehoert, dass sie groessere Tiere oder gar Menschen mit einer derartigen Agressivitaet angreifen," erlaeuterte er ihnen.

"Wir sollten in Zukunft hoellisch aufpassen, wenn wir Wasser holen wollen."

 

"Ich frage mich ernsthaft, was da noch alles auf uns zukommt," bemerkte Rodney unheilvoll, der sich nun auch zu seinen Freunden gesellt hatte. "Ich habe irgendwie das Gefuehl, als wenn sich auf diesem Planeten alles Lebensfeindliche und Boese zusammengerottet haette, nur um uns den Garaus zu machen."

 

Und schweigend schauten sie daraufhin zu, wie der Schwarm, nachdem er sein Mahl beendet hatte, wieder in den Tiefen des Flusses verschwand.


Also dann, bis die Tage (hoffentlich keine gebrauchten... *gg*)

LG Julia

P.S. Ach... aeh... Ihr seid mir hoffentlich nicht boese, wenn ich nicht jedes Mal dazukomme, Eure lieben Kommentare zu beantworten, oder? *ganz lieb guck*
Tags: gebrauchte tage
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