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Es ist viel zu frueh....

... damit meine ich natuerlich nicht das Update meines LJs (das haette mal wieder schon vor Tagen aufgefrischt werden koennen), nein, damit meine ich tatsaechlich die Uhrzeit!!! Irgendwie hat es mich heute morgen um 6 aus dem Bett geschmissen, keine Ahnung warum? Vielleicht war es das schlechte Gewissen... *grins* oder die innere Unruhe, die mich immer dann befaellt, wenn sich meine Muse mal wieder auf Jahresurlaub begeben hat... wie gesagt, ich weiss es nicht.
Was ich leider weiss, ist, dass mich momentan weder die tollen Ideen fuer meine neue FF umrennen, noch die sensationellen Eingebungen fuer das neueste Video!! Und das ist frustrierend!!!! *grrrr*
Wisst Ihr, bei beiden Sachen, sehe ich das Ergebnis quasi klar vor Augen, aber der Weg dahin ist total verschleiert... ist das nicht schoen poetisch ausgedueckt fuer die Tatsache, dass ich wie stupide auf meinen PC starre und nichts dabei rauskommt? ;o)

Egal, ich hatte ja schon angedroht, dass ich meine FF "Deathtraps" hier noch veroeffentlichen wollte. Also, was passt besser, als es dann zu tun, wenn alles andere noch in den Untiefen meines Unterbewusstseins vergraben ist.... *ggg*

Das Schoene ist, dass es mir Dank einer sehr talentierten jungen Dame moeglich ist, Euch sogar ein richtiges Cover zu dieser FF zu bieten!!! Vielen, vielen, lieben Dank nochmal an dieser Stelle, Liane!!!


John Sheppard hielt noch seinen Kaffeebecher in den Haenden, als er den Besprechungsraum betrat. Kurz zuvor hatte Dr. Elizabeth Weir ihn und den Rest seines Teames zu einem ausserplanmaessigen Briefing einberufen. Er fragte sich, was in aller Welt so wichtig war, dass er noch nicht einmal seinen Kaffee in Ruhe hatte austrinken duerfen.

Doch als er den eifrig auf seinen Computer eintippenden McKay bemerkte, wurde ihm klar, dass er diese unliebsame Unterbrechung seines Fruehstueckes wohl vielmehr dem Wissenschaftler als Dr. Weir zu verdanken hatte.

 

Sheppard nickte Elizabeth, Ronon und Teyla, die sich ebenfalls schon eingefunden hatten, gruessend zu und wandte sich dann an McKay, der so sehr in seine Arbeit versunken war, dass er gar nicht registrierte, dass nun alle vollzaehlig versammelt waren.

 

"Guten Morgen, Rodney," sprach er ihn an.

"Und? Sind Sie wieder einmal die ganze Nacht aufgeblieben, um nach irgendwelchen verschwundenen Zaubereien der Antiker zu suchen?" der leicht spoettische Unterton in seiner Stimme war nicht zu ueberhoeren.

 

"Wie..? Was..?" Mckay schaute irritiert von seinem Laptop auf. Doch dann schienen die Worte des Colonels mit einiger Verzoegerung in sein Bewusstsein zu sickern.

"Irgendwer muss das ja schliesslich tun, waehrend sich der Rest hier einen netten Lenz zu machen scheint," erwiderte er selbstgefaellig und schaute dabei missbilligend, aber auch mit einem Hauch von Neid auf den Kaffee in Sheppards Haenden.

 

Sheppard verdrehte grinsend die Augen und nahm genuesslich einen weiteren Schluck aus seiner Tasse. Zu sehen, wie der Kanadier auf seine kleinen Sticheleien reagierte, liess ihn ein wenig das Ungemach vergessen, auf ein ausgiebiges Fruestueck verzichtet haben zu muessen. Dann setzte er sich zwischen Teyla und Elizabeth, die nun auch mehr oder weniger gespannt darauf warteten, was McKay zu berichten hatte.

 

"Also, Rodney, was haben Sie entdeckt?" fragte Dr. Weir. Offensichtlich war selbst die Expeditionsleiterin noch nicht von ihm eingeweiht worden. McKay schien mal wieder die groesstmoegliche Aufmerksamkeit fuer seine Entdeckung sicher stellen zu wollen, indem er sie alle so lange wie nur irgendmoeglich im Unklaren beliess. Dazu passte auch dieser typisch triumphierende Gesichtsausdruck, den er nun an den Tag legte, waehrend er sich von seinem Sitz erhob.

 

"Sie erinnern sich sicher, dass Zelenka und ich vor einiger Zeit einen Hinweis auf diese geheime Versuchsstation der Antiker in der Datenbank entdeckt haben," begann er ausschweifend.

Sheppard musste sich eingestehen, dass er von einer solchen Versuchsstation in diesem Moment das erste Mal hoerte, allerdings sollte dies nicht heissen, dass Rodney es nicht schon einmal erwaehnt hatte. Aber der Colonel hatte sich beizeiten angewoehnt, McKays Entdeckungen erst dann fuer erachtenswert einzustufen, wenn diese auch zu tatsaechlichen Missionen fuehrten. Das hielt seinen Kopf weitestgehend von dessen unausgegorenen Ideen frei.

 

"Geheim? Was meinen Sie mit geheim?" unterbrach er ihn deshalb. "Wieso sollten die Antiker ihre eigene Station geheim halten wollen?

 

An McKays Miene liess sich nur unschwer erkennen, dass es ihm durchaus bewusst war, wie Sheppard mit den Informationen umging, die er von ihm erhielt. Und fast als haette er mit dieser Frage gerechnet, umspielte ein recht herablassendes Laecheln seine Lippen, als er antwortete:

 

"Wenn Sie mir damals zugehoert haetten, was Sie ja allem Anschein nach nicht getan haben, dann wuessten Sie, dass die exakten Daten hinter dem Hinweis verschluesselt waren, so dass wir weder erkennen konnten, wo sich diese Station befindet, noch welchen Zweck sie erfuellen sollte. Ich musste mein ganzes Wissen und einige Wochen harter Arbeit investieren, um das heraus zu finden."

 

"Dann haben Sie es herausgefunden?" fragte John provozierend nach.

 

"Natuerlich! Sonst waeren wir ja jetzt nicht hier," erwiderte McKay gereizt, doch dann stockte er und nach einer kurzen Pause raeumte er ein:

"Nun ja, noch nicht die genaue Funktion dieser Versuchsstation, aber immerhin den Planeten, auf dem sie sich befindet."

 

"Und was hat es jetzt mit dieser Einrichtung auf sich?" wollte Ronon wissen.

 

Rodney seufzte leidvoll auf.

"Hoert mir denn hier ueberhaupt keiner zu? Ich sagte doch, dass die Daten verschluesselt sind. Und verschluesselt heisst nicht lesbar. Und nicht lesbar heisst, wir wissen es nicht. Zumindest noch nicht. Haben das jetzt alle verstanden?" Herausfordernd schaute er in die Runde. "Aber allein die Tatsache, dass die Antiker etwas in ihrer eigenen Datenbank auf diese Weise codiert haben, ist es ja wohl wert, dass wir das ueberpruefen," fuegte er leicht ueberheblich hinzu.

 

"Soll mir recht sein," meinte John gleichmuetig. "Solange Sie dabei nicht wieder drei Viertel des Sonnensystems in die Luft jagen..."

 

"Es waren fuenf Sechstel..." korrigierte Rodney spontan, bevor er den eigentlichen Sinn hinter dieser Aussage erkannte. Daraufhin schickte er einen genervt ergebenen Blick himmelwaerts und wandte sich an Elizabeth:

 

"Also, was meinen Sie?"

 

"Hoert sich fuer mich nach einer Mission an," erwiderte Dr. Weir vorsichtig. "Allerdings erst nachdem wir ein Malp durchgeschickt haben. Ich wuerde mir gerne erstmal ein Bild davon machen, was uns auf der anderen Seite erwartet."

 

~~~

Eine Stunde spaeter stand John Sheppard zusammen mit seinem Team im Gateraum und beobachtete, wie ein Chevron nach dem anderen aufleuchtete.

Das Malp hatte zuvor keine bedenklichen Daten ermitteln koennen. Die Atmosphaere war atembar, und ausser einer schwachen Energiesignatur, die sie ja durchaus bei einem Aussenposten der Antiker erwartet hatten, gab es keine Auffaelligkeiten. Auch hatte es keine Lebenszeichen in der unmittelbaren Umgebung des Tores gegeben.

Andererseits hatte ihnen die Sonde aber auch ganz erstaunliche Dinge gezeigt. Denn den Bildern nach zu urteilen, die sie uebertragen hatte, befand sich das Stargate inmitten einer alten, verlassenen Stadt. Maechtige, halb zerfallene Gebaeude saeumten einen Arkadengang, der das Tor mit einer grossen, glaesernen Kuppel etwa einen halben Kilometer entfernt verband. In ihr hatte sich das Sonnenlicht in beeindruckender Weise widergespiegelt, wie ein riesiger leuchtender Edelstein.

 

Bei diesem Anblick hatte sie alle eine gewisse innere Erregung gepackt.

Und vor allem McKay schien es kaum noch erwarten zu koennen. Aufgeregt trat er von einem Bein auf das andere. Amuesiert schielte Sheppard zu dem Kanadier hinueber, obgleich er zugeben musste, dass dieser wohl diesmal ins Schwarze getroffen zu haben schien. Diese Mission konnte sich wirklich als lohnenswert erweisen.

Und endlich aktivierte sich das Gate. Doch als sie es gerade passieren wollten, erklang noch einmal Dr. Weirs Stimme ueber die Lautsprecher:

 

"Ich wuensche Ihnen viel Erfolg! Ach,... und Rodney, ich untersage Ihnen hiermit ausdruecklich, Geraete, welcher Art auch immer, ohne vorherige Absprache mit mir in Betrieb zu nehmen. Haben Sie mich verstanden?"

 

Ein wenig pikiert ueber diese oeffentliche Order hob der Wissenschaftler nur den rechten Daumen, um zu signalisieren, dass er dieser Aufforderung nachkommen wuerde, wenn auch schweren Herzens.

 

Wenige Augenblicke danach trat das Team auf der anderen Seite durch den Ereignishorizont. Neugierig schauten sie sich um. Die Stadt, auch wenn der Zahn der Zeit schon mehr als nur ein wenig an ihr genagt hatte, war atemberaubend.

Die Architektur der Gebaeude war eindeutig antikisch. Manche der kleinen Tuerme, die aus den Bauwerken empor ragten, haette man ebenso in Atlantis vorfinden koennen.

Und doch gab es auch Unterschiede. Es waren Kleinigkeiten, die sie stutzen liessen.

Ein Pavillion, umringt von tausend Jahre alten knorrigen Baeumen.

Ein Springbrunnen in Form eines Fisches, aus dem schon lange kein Wasser mehr floss.

Und nicht zuletzt dieser Arkadengang, der mehr an das alte Rom erinnerte, als an irgendetwas, das die Antiker jemals erbaut hatten.

Vielleicht war diese Stadt ja die Heimat von mehr als nur einem Volk gewesen?

Und obwohl keiner von ihnen Archaeologe war, konnten sie sich der Faszination dieses Ortes und dem Hauch seiner womoeglich einzigartigen Geschichte nicht entziehen.

 

"Wir... wir sollten uns auf den Weg machen," bemerkte Rodney zoegerlich. Selbst ihm hatte dieser Anblick beinahe die Sprache verschlagen. Aber sie wuerden dem Geheimnis dieser Staette nicht auf die Spur kommen, wenn sie hier nur staunend herumstanden.

Nickend stimmten ihm die anderen zu.

 

Waehrend sie unter dem Bogengang entlang gingen, schaute McKay immer wieder auf seinen Scanner.

 

"Das Einzige, das in dieser Stadt noch Energie abgibt, scheint zweifelsfrei aus der Kuppel vor uns zu kommen," meinte er und deutete auf das glaeserne Bauwerk, das sich jetzt in etwa zweihundert Metern Entfernung vor ihnen in den Himmel erhob. Wie eine gewaltige Kaeseglocke ueberbot dieses Gewoelbe in seiner Hoehe jedes andere Gebaeude der Stadt, doch im Gegensatz zu diesen war es fast gaenzlich unbeschaedigt. Ein zeitloses Monument, das im Licht der tiefstehenden Sonne in den verschiedensten Rottoenen schimmerte.

 

Als sie sich der Kuppel naeherten, erkannten sie, dass nur der obere Teil aus Glas bestand, der untere Teil hingegen schien eher metallischen Ursprungs zu sein. Doch was auch immer es fuer ein Metall war, es war so stark poliert worden, dass es, aehnlich wie das Glas, das Licht reflektierte.

Und jetzt sahen sie auch den Eingang zu diesem ehrfurchterregenden Bauwerk.

Es war eine Oeffnung in Form eines perfekten Quadrates, die sich wie ausgestanzt vor ihnen auftat. Die Kantenlaenge des Tores betrug vielleicht drei Meter, eher noch ein wenig mehr.

Etwas unschluessig blieben sie vor dem Zugang stehen.

 

"Zeigt Ihr Scanner etwas an, Dr. McKay?" fragte Teyla. Ihr war dieses Gebaeude irgendwie unheimlich. Es wirkte im Gegensatz zu der restlichen Stadt kalt und abweisend. Und ein Schauer lief ihr bei dem Gedanken, dort hineingehen zu muessen, ueber den Ruecken.

 

"Leider nicht mehr als vorher auch," antwortete Rodney verunsichert. "Ich kann Ihnen nur sagen, dass egal was wir hier zu finden hoffen, sich dort drinnen befinden muss."

 

"Dann sollten wir uns wohl einfach in die Hoehle des Loewen wagen..." meinte Sheppard und nahm vorsichtshalber seine P-90 in Anschlag.

Er konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, wie nahe er der Wahrheit mit dieser Aussage gekommen war.

 

Langsam betraten sie die Kuppel. John machte den Anfang, dann kamen Teyla und Rodney, und Ronon bildete die Nachhut.

Im Inneren herrschte ein diffus gruenliches Licht, das aus den Waenden selbst zu kommen schien, denn sie konnten keine Lampen oder derartiges entdecken. Ueberhaupt gab es hier nichts ausser glaenzend polierten Metallwaenden. Keine Fugen, keine Vertiefungen, es schien, als waere der gesamte Tunnel aus einem einzigen Stueck herausgeschnitten worden. Wachsam blickte Sheppard in die Dunkelheit vor ihnen, waehrend sie immer weiter in dieses seltsame Gebaeude eindrangen. Und groteskerweise hatten sie das Gefuehl, als wenn ihnen dieses fluoreszierende Leuchten folgen wuerde. Es schimmerte nur dort, wo sie sich gerade aufhielten. Vor ihnen und, wie John ueberrascht feststellte, als er sich kurz umschaute, auch hinter ihnen herrschte totale Finsternis.

Doch das durfte eigentlich gar nicht sein.

Sie waren noch gar nicht so weit gegangen, als dass sie den Ausgang und damit das Tageslicht nicht mehr sehen haetten koennen.

Irgendwo in seinem Hinterkopf begannen ploetzlich saemtliche Alarmglocken zu schrillen. Hier war etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Und ein rascher Blick zu seinen Freunden sagte ihm, dass sie es auch fuehlten.

 

"Vielleicht sollten wir doch besser von hier verschwinden," bemerkte Ronon, und selbst seine Stimme hatte einen fuer ihn voellig untypisch nervoesen Unterton angenommen.

 

Und als wenn dieser Gedanke ein geheimes Signal gewesen waere, oeffneten sich auf einmal mehrere Klappen ueber ihren Koepfen und entliessen dutzende kleiner stacheliger Kugeln aus ihrem Inneren. Obwohl es eindeutig Maschinen waren, umsurrten sie sie wie lebendige Wesen. Zugleich fasziniert wie misstrauisch starrte das Team auf diese merkwuerdigen Gebilde.

 

"Was ist das?" fragte John verwirrt und schaute McKay dabei an.

 

"Ich habe keine Ahnung. Ich habe nichts auf meinem Schirm," erwiderte dieser irritiert. "Was auch immer diese Dinger in der Luft haelt, basiert auf einer Energieform, die dem Scanner unbekannt ist."

 

"Ich bin mir nicht sicher, ob ich froh ueber diese Feststellung sein soll, Rodney..." meinte Sheppard ironisch, "...zumal uns diese ueberdimensionalen Stachelbeeren jetzt scheinbar einkreisen wollen."

Und tatsaechlich bildeten die orangengrossen Objekte nun eine ringfoermige Formation um sie herum.

 

"Colonel?" Teyla sah ihn fragend an. "Was sollen wir tun?"

Sie hatte wie alle anderen ihre Waffe erhoben und zielte auf die fliegenden Kugeln, doch ploetzlich keuchte sie erschrocken auf, liess ihre P-90 fallen und griff sich an den Hals.

Verwundert blickte sie auf den daumenlangen Stachel in ihrer Hand, bevor sie mit einem Seufzen zusammensank.

 

Noch fuer den Bruchteil einer Sekunde starrte Sheppard fassungslos auf die reglos am Boden liegende Athosianerin, dann begann er zu feuern. Das Zischen aus Ronons Stunner erklang in demselben Moment, waehrend Rodney sich ueber Teyla beugte, um ihre Vitalfunktionen zu ueberpruefen.

Doch die beiden Maenner hatten keine Chance gegen diese Vielzahl von Angreifern, vor allem, weil diese jetzt durch ein ploetzlich veraendertes und weitaus schnelleres Flugverhalten, all ihren Schuessen geschickt auswichen.

 

"Rodney... was ist mit Teyla?" rief John angespannt, ohne jedoch hinzusehen. Als er keine Antwort erhielt, drehte er sich alamiert um und sah den Kanadier neben Teyla am Boden liegen. Im gleichen Augenblick hoerte er Ronon einen unterdrueckten Fluch ausstossen, als dieser nun ebenfalls getroffen zusammensackte.

 

"Verdammt!" fluesterte Sheppard. Dann spuerte er einen kleinen Stich in seinem Nacken, ein kurzes Brennen, und die Welt um ihn herum loeste sich auf...

 

~~~

 

Nur sehr langsam konnte sich Sheppard aus den Klauen der Bewusstlosigkeit befreien. Fast schien es ihm, als wolle ihn dieser zaehfluessige Morast gar nicht mehr loslassen. Doch als er unvermittelt ein leidvolles Aufstoehnen neben sich hoerte, kaempfte er die letzte Gegenwehr nieder und oeffnete schwerfaellig seine Augen. Im ersten Moment nahm er nur verschwommene Konturen wahr, doch dann lichtete sich der Schleier allmaehlich und er sah sich um. Er lehnte an einem Baum inmitten eines ganzen Waldes. Und das Geraeusch, das er zuvor vernommen hatte, war von McKay gekommen, der zusammengekauert an seiner Seite im Gras lag.

 

Sheppard versuchte verzweifelt zu verstehen, was passiert war, doch in seinem Kopf summten die Gedanken- und Erinnerungsfetzen wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm durcheinander.

 

Ploetzlich fuehlte er, wie sich eine Hand auf seine Schulter legte, und er fuhr erschrocken auf. Doch dann erkannte er Ronon, der nun neben ihm in die Hocke ging und leise fragte:

 

"Sheppard.... alles in Ordnung?"

 

"Ehrlich gesagt, bin ich mir da nicht so sicher," antwortete John schleppend. "Mein Schaedel brummt, als wenn ich die Nacht durchgezecht haette... und auch der widerwaertige Geschmack in meinem Mund wuerde dazu passen. Aber irgendetwas sagt mir, dass der Grund dafuer nicht so einfach ist... Was zum Teufel ist passiert?"

 

"Ich weiss es auch nicht," entgegnete der Satedaner ratlos. "Ich erinnere mich nur noch daran, dass uns diese merkwuerdigen Kugeln angegriffen haben, und dann... dann ist da nichts mehr..."

 

Jetzt fiel auch Sheppard alles wieder ein. Die glaeserne Kuppel. Der Tunnel. Und diese fliegenden Dinger, die ganz gemeine Stacheln verschossen.

Allem Anschein nach waren sie blindlings in eine hervorragend ausgekluegelte Falle getappt. Nur wer hatte sie gestellt? Und zu welchem Zweck? Und vor allem, wo waren sie hier?

Ein Blick in seine naehere Umgebung sagte ihm, dass sie sich auf keinen Fall mehr innerhalb der Kuppel befanden, denn die Strahlen einer grellweissen Sonne fanden ihren Weg durch das dichte Blaetterdach ueber seinem Kopf und trieben ihm die Traenen in die Augen.

Und die heiss flimmernde Luft liess in ihm die dunkle Ahnung aufkommen, dass sie sich womoeglich noch nicht einmal mehr auf demselben Planeten befanden. Es war entsetzlich schwuel hier. Fast tropisch.

Doch all das war in diesem Augenblick nicht wichtig.

 

"Was ist mit Teyla?" fragte er stattdessen besorgt.

 

"Sie liegt dort drueben," erwiderte Ronon und zeigte schraeg hinter sich. "Sie ist noch immer bewusstlos."

 

Sheppard sah zu der jungen Frau hinueber, die scheinbar schlafend wenige Meter entfernt auf dem Boden lag, als er abermals ein Stoehnen neben sich hoerte. Er drehte sich um und registrierte, dass auch Rodney wieder zu sich gekommen war. Der Kanadier hatte sich halb aufgerichtet, hielt den Kopf in seinen Haenden und murmelte:

 

"Oh... mein Kopf... uh..."

 

"McKay? Alles in Ordnung?" erkundigte sich John.

 

"Aber sicher doch... alles bestens... ich hab einen Heidenspass! Sehen Sie das nicht?" gab dieser vor Sarkasmus triefend zurueck.

 

"Das wird schon wieder," meinte Sheppard nur und erhob sich, um nach Teyla zu sehen.

 

Rodney sah ihm unglaeubig nach. Die Aussage 'das wird schon wieder' hielt er in ihrer derzeitigen Situation fuer etwas sehr uebertrieben optimistisch. Doch dann rappelte er sich ebenfalls hoch und folgte dem Colonel.

Wenig spaeter, nachdem auch Teyla aus der Bewusstlosigkeit erwacht war, sass das Team gemeinsam auf dem Waldboden und versuchte eine Erklaerung dafuer zu finden, was mit ihnen geschehen war, wo sie sich befanden und wer fuer all das verantwortlich sein konnte. Bedauerlicherweise hatte niemand von ihnen auch nur den Hauch einer Antwort auf diese Fragen zu bieten.

 

"Auh!"

Zum wahrscheinlich hundersten Mal schlug sich McKay mit der flachen Hand auf den Hals. "Ihr verdammten kleinen Biester!" fluchte er laut. "Warum stuerzt Ihr Euch eigentlich immer nur auf mich? Da sind auch noch andere, die Ihr auffressen koennt!"

 

"Die riechen Ihr suesses Blut, Rodney!" grinste Sheppard. "Vielleicht sollten Sie weniger Schokoriegel essen."

 

In Wahrheit hatten sie alle unter den Attacken der in Schwaermen auftretenden Fluginsekten zu leiden. Sie erinnerten an heimische Muecken oder Mosquitos, nur dass diese hier mindestens dreimal so gross waren. Ueberhaupt schien hier alles ueberdimensionale Ausmasse zu haben. Die Baeume, in deren Schatten sie sassen, schraubten sich zum Teil siebzig oder achtzig Meter in die Hoehe. Und auch gab es etliche Blumen um sie herum, in deren Bluetenkelche ein Kinderkopf gepasst haette. Und sie waren sich nicht sicher, ob diese Pflanzen einen solchen nicht vielleicht sogar als willkommende Abwechselung auf ihrem Speiseplan erachten wuerden. Zumindest liessen die stacheligen Auswuechse im Inneren der Kelche darauf schliessen, dass sie es nicht nur auf das Sonnenlicht abgesehen hatten.

Zudem hatte Sheppards erster Eindruck ihn nicht getruegt. Es war wirklich unangenehm heiss und schwuel hier. Die Luftfeuchtigkeit lag wahrscheinlich nur knapp unter der 100-Prozent-Marke. In nur wenigen Minuten waren sie alle voellig durchgeschwitzt gewesen, obwohl sie sich praktisch nicht bewegt hatten.

Und zusammen mit der ueppigen Vegetation war dieser Ort wohl tatsaechlich mit den tropischen Klimazonen der Erde vergleichbar.

 

"Aber warum tut jemand so etwas?" fragte Teyla gerade. "Warum werden wir betaeubt und dann an diesen Ort gebracht, wo..."

 

"... wo auch immer der sein mag," warf John ein.

 

"Was meinen Sie denn damit nun schon wieder?" fragte McKay ihn argwoehnisch.

 

"Damit meine ich, Rodney, dass ich den Verdacht habe, dass wir gar nicht mehr auf dem urspruenglichen Planeten sind," erklaerte er.

 

"Woher wollen Sie das denn wissen?"

 

"Ich weiss es nicht. Ich sagte doch, ich habe nur so eine Ahnung," erwiderte John gereizt. "Aber vielleicht koennten Sie ja mal auf ihren Scanner schauen, ob der uns nicht ein paar genauere Daten liefern kann?"

 

Fuer eine Sekunde schaute Rodney ihn verwundert an. Warum war er nicht schon laengst selbst auf diese Idee gekommen?

'Das muss diese gottverdammte Hitze sein!' dachte er aergerlich. 'Oder diese Mutantenmosquitos... vielleicht sondern die ja so ein ganz abscheuliches Gift beim Zustechen ab, das meine Gehirnwindungen total durcheinander bringt? Oder eine Kombination aus beiden..." ueberlegte er weiter, waehrend er fieberhaft in den Taschen seiner Weste nach dem Scanner suchte.

 

"Er ist nicht mehr da!"

 

"Wer?" fragte Ronon irritiert.

 

"Na, wer wohl? Der Scanner!" entgegnete Rodney barsch. "Ich bin mir sicher, dass ich ihn noch wieder in die Weste gesteckt habe, bevor wir von diesen Dingern angegriffen wurden," fuegte er mit einem fast schon verzweifelten Gesichtsausdruck hinzu.

 

"Jetzt, wo Sie es sagen, McKay... unsere P-90s sind auch nicht mehr da," bemerkte Sheppard nun.

 

"Mein Stunner ist auch weg," ergaenzte Ronon.

 

"Das ist seltsam," meinte Teyla nachdenklich. "Wer auch immer uns hierher verschleppt hat, hat uns aber nicht unsere gesamte Ausruestung abgenommen. Meine 9-Millimeter habe ich zum Beispiel noch... und auch das Fernglas."

 

"Wir sollten wohl am besten mal zusammenstellen, was man uns ueberhaupt noch fuer unseren Abenteuertrip gelassen oder auch nicht gelassen hat," schlug John nun vor.

 

Schon nach kurzer Zeit hatten sie eine Ansammlung der unterschiedlichsten Dinge vor sich ausgebreitet. Teyla, John und Rodney hatten jeder eine 9-Millimeter mit je 2 Ersatzmagazinen, ein Messer, eine gefuellte Feldflasche und diverse Energieriegel beigesteuert. Dazu kam noch das Fernglas von Teyla, ein Kompass, zwei Handgranaten, Verbandszeug und ein Feuerzeug.

Ronon hatte nur sein Schwert und etliche kleine Messer, die er aus den verschiedensten Teilen seiner Kleidung, einschliesslich seiner wilden Haarpracht, hervorgezaubert hatte, in die Mitte gelegt.

 

John musterte den ehemaligen Runner stirnrunzelnd.

 

"Nehmen Sie eigentlich noch etwas anderes als Waffen mit auf unsere Missionen?"

 

Ronon zuckte nur mit den Schultern und grinste Sheppard schief an, zumindest hatte er den Anstand, dies in einer angemessen zerknirschten Art und Weise zu tun.

 

"Nun gut, es sieht so aus, als wenn sie, wer sie auch immer sein moegen, uns nur die grossen Waffen und alles, was irgendwie mit einer Energiequelle zu tun hatte, abgenommen haetten. Also Ronons Stunner und McKays Scanner. Aber mit dem Rest hier, sollten wir eigentlich erstmal ueber die Runden kommen," ueberlegte Sheppard laut.

 

"Ueber die Runden kommen?" hakte Rodney entruestet nach. "Wir werden verhungern. Ich werde verhungern!" und starrte dabei entgeistert auf den in seinen Augen kuemmerlichen Haufen an Energieriegeln.

 

"Keine Sorge, McKay, ich bin mir sicher, dass es hier auch Fruechte oder Tiere gibt, die uns als Nahrung dienen koennen," versuchte John den Kanadier zu beruhigen.

 

"Tiere?" fragte dieser verunsichert nach.

 

"Na ja, sowas wie Kaninchen oder Voegel..." und wie auf Kommando raschelte es laut in einem Gebuesch hinter ihnen.

 

Rodney fuhr aufgeschreckt herum und seine Stimme klang eindeutig aengstlich, als er die Aufzaehlung des Colonels fortsetzte:
"Oder etwas Groesseres?"

 

"Oder etwas Groesseres," bestaetigte Sheppard trocken, wobei er allerdings instinktiv nach seiner Waffe gegriffen hatte und nun aufmerksam mit den Augen das Unterholz absuchte. Doch das Geraeusch wiederholte sich nicht. Wahrscheinlich war tatsaechlich nur etwas Harmloses durch das Buschwerk gelaufen. Zumindest hoffte das jeder von ihnen insgeheim.

 

"Oh Gott! Was fuer ein Albtraum!" murmelte der Wissenschaftler tonlos und schuettelte deprimiert den Kopf.  Die anderen schauten ihn mitfuehlend an, denn auch ihre Gedanken gingen in diesem Moment in dieselbe Richtung. Und Sheppard wurde das Gefuehl nicht los, dass dies erst der Anfang ihres ungewollten Abenteuers war. 

tbc

 



So! Das war es auch schon wieder... zumindest fuer heute!!! *grins*
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